Zitat:

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele ... [Cicero]

Sonntag, 13. März 2016

Dieses Buch hätte mich beinahe in die Knie gezwungen ...

Bevor ich das Buch anfing, hatte ich bereits auf einigen Fantasyblogs gelesen, dass es die berüchtigsten ersten 200 Seiten der Buchgeschichte haben soll. Nun gebe ich auf sowas normalerweise nicht viel, doch in diesem Fall muss ich sagen: "Verdammt, die hatten sowas von recht."
Hätte ich von meinen Leidensgenossen nicht schon erfahren, dass sich das Durchhalten lohnt, ich hätte es sicher bereits nach den ersten 100 Seiten abgebrochen. Zum Glück habe ich durchgehalten, auch wenn es zu einer der längsten Leseflauten meiner Bloggeschichte geführt hat. Ganze 1 1/2 Monate habe ich für diese ersten verdammten 200 Seiten gebraucht, aber dann ging es endlich los. Die 200 Seiten zu Anfang waren langweiliges Gequatsche über einen noch langweiligeren Alltag mit einem Haupcharakter namens Simon, den ich anfangs so nervig und weinerlich fand, dass ich ihn am liebsten geohrfeigt hätte. Die beiden Söhne des verstorbenen Königs waren bestenfalls arrogant bis belanglos. Lediglich eine Figur, die des Dr. Morgenes war mir gleich vom ersten Satz an sympathisch. Das ganze wurde erschwert durch eine brutale Szene, die ich hier aber nicht spoilern will (hatte mit einem Hund zu tun), dank der das Buch einmal auch beinahe in hohem Bogen aus dem Fenster geflogen wäre, hätte mich die Hoffnung auf ein böses Ende für diesen widerlichen Pryrates nicht am Weiterlesen gehalten. Nun ... erraten um welches Buch es geht??

Der Drachenbeinthron von Tad Williams
ein Buch, das mit kurzem Anhang ganze 949 Seiten umfasst und darin enthalten, die längsten Einleitungskapitel der Fantasyliteratur. Doch hat man diese um die 200 Seiten durchgehalten, wird man belohnt mit einer Welt, deren Vorbild Mittelerde man hin und wieder durchschimmern merkt. Jedoch hat man nie das Gefühl eine geklaute Geschichte zu lesen oder nur eine gut gemachte Kopie des Originals. Von Anfang an birgt die Welt um Osten Ard ihren ganz eigenen Charm, bevölkert mit Sithi, Trollen, Riesen und jeder Menge anderer geheimnisvoller Völker, von denen man nicht nur einen ins Herz schließt.

Meine Lieblinge: Troll Binabik mit seiner Wölfin Qantaqa, später sogar der weinerliche Simon, der eine erstaunliche Entwicklung durchmacht, Sithiprinz Jiriki, Dr. Morgenes und Isgrimnur.

Nun ist der Drachenbeinthron lediglich der erste Band einer Trilogie namens "Das Geheimnis der Großen Schwerter", die im Deutschen jedoch in vier Bänden erschienen ist:
1. Der Drachenbeinthron
2. Der Abschiedsstein
3. gesplittet in "Die Nornenkönigin" und "Der Engelsturm"

Ich darf also gespannt sein, wie es weiter geht und hoffe, dass das Tempo nun anhält und ich nicht noch einmal eine 200-Seiten Durststrecke durchleiden muss.

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