Zitat:

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele ... [Cicero]

Montag, 12. Oktober 2015

Die dreizehnte Fee Bd. 1 - Erwachen von Julia Adrian

Titel: Erwachen
Reihe: Die dreizehnte Fee Bd. 1
Autor: Julia Adrian
Verlag: Selfpublisher
Seiten: 143, eBook
ASIN: B00W69O9UA

»kaufen«

Rezension: Einst wurde die dreizehnte Fee, mächtigste und böseste unter ihnen, von ihren Schwestern betrogen und so schlief sie tausend Jahre als Dornröschen in einem verfluchten Turm, verborgen von den Menschen. Erst als ein Hexenjänger eine ihrer Schwester tötet, bricht der Bann und der Turm wird sichtbar. Da lässt ein naiver Prinz, geleitet vom Hexenjäger, nicht lange auf sich warten und erweckt sie eher unbeabsichtigt aus ihrem Schlaf. Doch inzwischen werden die Feen als Hexen gejagd, die Menschen begehren auf. Der Hexenjänger, für den sie bald mehr als nur Dankbarkeit empfindet, lässt sie nur am Leben, weil er sie braucht, um auch die restlichen Hexen zu vernichten. Lilith, auf Rache an ihren untreuen Schwestern aus, stimmt zu und besiegelt damit nicht nur ihr eigenes Schicksal.


Zuerst einmal fällt auf, dass es kaum wörtlich Rede gibt. Es liest sich viel mehr wie ein innerer Monolog oder ein Tagebuch, was einem die Gefühlswelt der dreizehnten Fee von Anfang an noch näher bringt. Trotzdem und auch deshalb schöpft es sein ganzes Potenzial lange nicht aus. Viele Geschehnisse werden zu knapp behandelt, die Geschichte setzt sich beinahe sprunghaft fort und viele Fragen bleiben offen. Mit seinen - je nach Format - ca. 150 Seiten (auf dem Tolino als .epub) ist es auch ein recht kurzes Bändchen und so bleibt es nicht aus, das viele Infos nur sehr zögerlich und rar eingestreut werden. Gerade zu ihren Schwestern hätte ich gerne noch viel mehr gelesen und auch die Kämpfe mit ihnen erfolgten zu schnell aufeinander und waren zu abrupt beendet. Trotzdem fesselt die Geschichte, in deren Verlauf wir immer wieder bekannte Märchen in der ein oder anderen Gestalt erkennen.

Lilith, die dreizehnte Fee ist einem sofort symphatisch, auch wenn ich nicht verstanden habe, was sie am Hexenjäger findet. Er ist kalt, arrogant und all das, was er ihr zu sein vorwirft. Nämlich von Rache durchdrungen und böse. Die Fee hingegen kämpft mit den für sie neuen Gefühlen und versucht sich verzweifelt irgendwie einzufügen. Dabei hofft sie gleichzeitig zu überleben, wenn ihre gemeinsame Reise ein Ende findet, denn dass er sie töten will, daran lässt er keinen Zweifel, obwohl er nicht nur einmal mit ihr schläft. Das macht die Liebesgeschichte arg unterkühlt und für mich unglaubwürdig. Denn auch wenn die dreizehnte Fee nun menschlich und ohne eigene Magie ist, schlummert die Königin (ihr alter Ego) noch in ihr und wäre doch nicht wirklich so naiv, sich ausgerechnet ihm an den Hals zu werfen?!
Auf ihrer Reise bekommen wir es mit allerlei phantastischen Figuren zu tun und es macht Spaß in diese Märchenwelt einzutauchen. Ob es nun Zwerge, Elfen oder Nixen sind, sie erinnern einen an die Zeit der Märchen unserer Kindheit und zaubern ein Lächeln auf die Lippen.
Ihre Schwestern und deren Ende berührte mich. Es sind dragische Figuren, die in der dreizehnten Fee das Gefühl der Reue aufkeimen lassen und die sachten Zweifel, ob sie den richtigen Weg beschreitet. Dieser innere Twist wird durch die Ich-Perspektive sehr deutlich sichbar und leitet einen durch die ganze Geschichte, die melancholisch und dragisch ist, aber auch von einem zarten Zauber durchwirkt, der einen sofort in den Bann schlägt.

Für mich eine wundervolle Geschichte, die noch etwas Potenzial nach oben hat und bei der ich unbedingt wissen will, wie es weiter geht. Das Ende schließt mit einem spannenden Cliffhanger und lässt einen mit zahlreichen Vermutungen und Hoffnungen für Band 2 zurück. Vorallem aber hoffe ich, dass Band 2 noch etwas länger wird, denn eines ist sicher, man will unbedigt mehr davon lesen.

Wertung:

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen