Zitat:

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele ... [Cicero]

Mittwoch, 30. September 2015

Tote Vögel singen nicht (Flavia de Luce Bd. 6) von Alan Bradley

Titel: Tote Vögel singen nicht
Reihe: Flavia de Luce Bd. 6
Autor: Alan Bradley
Verlag: Penhaligon
Seiten: 321, eBook
ASIN: B00M1NQXBY

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Rezension: Flavias Mutter wurde gefunden und nun wird ihr Leichnam nach Hause gebracht. Am Bahnhof nähert sich Flavia ein mysteriöser Mann. Seine Worte geben Flavia Rästel auf, vorallem da dieser kurz nach ihrem Gespräch vor den fahrenden Zug gestossen wird. Zwischen all der Trauer entdeckt sie auch noch einen verschollen Film ihrer Mutter. Als dann nach und nach die Trauergäste auftauchen, findet sich Flavia unversehens in ihrem persönlichsten Fall wieder. Wurde ihre Mutter etwa ermordet und vorallem warum und von wem. Ist der Mörder vielleicht sogar unter den Trauernden?

Zahlreiche Rezensionen haben es bereits bemerkt, dieses Buch stellt einen Wendepunkt innerhalb der Serie dar und ist für sich betrachtet auch nicht wirklich Flavia-typisch. Obwohl ich also damit gerechnet hatte, eventuell etwas enttäuscht zu werden, bin ich doch überrascht, wie sehr es sich von den anderen fünf Bänden abhebt. Die Stimmung ist düster, kalt, trostlos und passt zwar zur Tatsache, dass Flavias Mutter tot aufgefunden wurde, doch fehlt etwas, das die Stimmung etwas auflockert und einen beim Lesem bei Laune hält. Auch die Ermittlungsarbeiten von Flavia sind sehr dürftig und fast das komplette Buch findet größtenteils im Anwesen der de Luces statt. Es ist also sehr eingeschränkt im Handlungsspielraum.
Auch bei den Figuren gab es Einschnitte. Das Augenmerkt liegt hier auf Flavia, ihrer toten Mutter, dem Vater und der Tante. Einige neue Figuren kommen dazu, die jedoch farblos bleiben, einige die einem nicht wirklich sympathisch werden. Die restlichen Dorfbewohner und Freunde haben nur ein ganz kurzes Stelldichein und fallen nicht ins Gewicht. Dabei freut man sich auf diese Charaktere doch fast ebenso sehr, wie auf Flavia selbst.

Dazu kommen einige geradezu haarsträubende Begebenheiten, unter anderem was das Familienvermächtnis der de Luces und insbesondere Flavias Mutter und Tante angeht. Es ist zu unwahrscheinlich und unrealistisch, fügt sich ganz und gar nicht in die Logik ein, die den Flavia Bänden sonst zu Eigen ist. Auch das Hin und Her zwischen Polizei und Flavia, die den Ermittlungen meist um einiges voraus ist, fehlt hier komplett und gerade das hatte doch auch einen Großteil des Charmes ausgemacht.

Sicher, dieser Band soll eindeutig einen Wendepunkt darstellen, da Flavia ab Band 7 nicht mehr auf dem Anwesen der de Luces verweilt, doch der Bruch hätte bei weitem nicht so extrem sein müssen. Mir fehlt ein angemessener Abschied von all den lieb gewohnenen Charakteren, die wir im nächsten Band schon nicht mehr wiedersehen werden. Ich hoffe jedoch nur vorübergehen, da all die vielen Charaktere einfach zu sehr zum Flavia Universum dazu gehören, um sie für längere Zeit aus den Geschichten auszuschließen.

Fazit: Ein Muss für Flavia Fans, der Band bleibt jedoch hinter den anderen zurück. Obwohl Flavia untypisch und etwas unterkühlt, liest es sich dennoch gut und gehört einfach zur Reihe dazu, vorallem, da hier mit einem wichtigen Kapitel aus Flavias Leben abgeschlossen wird.

Wertung:

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