Zitat:

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele ... [Cicero]

Donnerstag, 23. Juli 2015

Vorstellung: Marlies Lüer und ihre Drachenschwert-Trilogie

Schon seit der erste Band der Drachenschwert-Trilogie ("Midirs Sohn") erschienen ist, habe ich diese Autorin auf dem Schirm. Die Mischung aus Fantasy, fremden Welten verwoben in Geschichte, Elben und einem Schuss Liebe hat mich sofort neugierig gemacht. Da ich jedoch Trilogien - wie Reihen - gerne vollständig habe bevor ich zu lesen anfange, hieß es warten. Inzwischen ist mit "Erdsängerin" bereits der zweite und mit "Schwertgeist" jüngst (17. Juli) endlich auch der Abschluss der Trilogie erschienen. Zu diesem besonderen Anlass gibt es ab morgen (den 24. Juli) den ersten Band als eBook zum Sonderpreis von nur 99cent.

Schottland 1862. Es ist die Nacht auf Samhain, als ein Elbenkrieger unfreiwillig auf der Erde strandet. Feuer und Steinwürfe sind sein Willkommen. Er, der weder Hunger noch Kälte je am eigenen Leib erfahren hatte, sucht Zuflucht im Wirtshaus "Zum Weißen Schwan". Der Name, ein gutes Omen? Schon einmal in seinem Leben spielte ein weißer Schwan eine wichtige Rolle. Und tatsächlich, das Wirtshaus gehört einer alten Freundin. Sie gewährt ihm Schutz. Doch es ist ausgerechnet das von ihm ersehnte Erwachen der Liebe, das dazu führt, dass er bald wieder auf der Flucht ist. Der Drache in ihm erwacht! Fluch oder Segen?

»kaufen«

Da ich das Glück hatte, die Autorin über Facebook kennen zu lernen, bekam ich die einmalige Möglichkeit für ein kleines Interview mit ihr, das ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte:

1. Wie bist du seiner Zeit auf die Idee zu „Midirs Sohn“ dem ersten Band und der Reihe gekommen? Was hat dich inspiriert?

Es begann alles mit der Geschichte um die elfjährige Celia, das Waisenkind, das Anfang des 19 Jh. als billige Arbeitskraft zu Lord Campbell vermittelt wurde. Im Herrenhaus von Mylord begegnet sie einer sehr seltsamen Frau, die eine Vorliebe für Wasser und Algen hat. Von ihr wird erwartet, dass sie sich um die scheinbar verwirrte junge Lady kümmert und nebenbei den alten Hausherrn versorgt. Allein das ist schon eine Überforderung für das Kind, doch als dann auch noch eine „Feuerratte“ auftaucht, die sich als etwas schier Unglaubliches entpuppt … tja, da nimmt die Geschichte dann so richtig an Fahrt auf und der Leser findet sich unvermittelt in der Anderwelt wieder.

Es war gar nicht geplant, dass aus dieser kleinen Erzählung ein ganzer Roman („Midirs Sohn“) wird, geschweige denn eine Trilogie!

Aber wie das Leben so spielt! Meine liebe Freundin Susi aus Österreich fragte mich, ob es noch mehr gäbe von der Welt Magiyamusa und dem Elben Fearghas und Celia. Ich lauschte in mich hinein und spürte, dass im Quell aller Geschichten noch Vieles wartete, was zwischen zwei Buchdeckel wollte. So entstand letztlich der Roman Midirs Sohn.

Der Folgeband Erdsängerin entstand, weil ich selber wissen wollte, was aus der kleinen Tibby wird. Die Erzählung macht in diesem Buch einen großen Zeitsprung in die Mitte des 20. Jh. Der Leser lernt die junge Isabella Rosehill kennen, deren Spitzname „Tibby“ ist (denn das ist die schottische Kurzform von Isabella). An ihrem 18. Geburtstag bekommt sie eine Kiste überreicht, prall gefüllt mit Artefakten und Geheimnissen aus der Vergangenheit, auch ein Tagebuch der ersten Tibby dieser Blutlinie ist darunter. Und so macht sie sich auf, das Familiengeheimnis zu ergründen und sich ihre persönliche Freiheit zu erkämpfen. Das war für mich eine tolle Erfahrung, die Entwicklung dieser Buchfigur mitzuerleben. Und ich lernte auch die Ahnin der Erdsängerinnen besser kennen, denn sie (ich) hat Tagebuch geschrieben, was für die Tibby der Gegenwart eine große Hilfe und Offenbarung war.

2. Hast du ein Ritual, wenn du an einem Buch schreibst oder einen besonderen Platz, an dem dir das Schreiben leichter fällt?

Ich schreibe immer am PC im Wohnzimmer. Manche Vorarbeiten allerdings muss ich vom Bett aus machen, denn lästigerweise kommen oft Ideen/Bilder wenn ich kurz vorm Einschlafen bin. Das ist aber typisch für Kreative. Wenn die Außenwelt durch Dunkelheit und Stille „verschwindet“, öffnet sich das Tor zur inneren Welt. Tja, dann mache ich eben die Nachttischlampe an, greife zum Bleistift und Block, mache meine Notizen und verarbeite das dann am nächsten Tag am PC.

Ein richtiges „Schreib-Ritual“ habe ich in dem Sinne nicht, aber in der Winterzeit ist es schön, wenn ich mir eine Kerze dazu anmache.

3. Welcher deiner Charaktere aus der Drachenschwert-Trilogie ist dir am meisten ans Herz gewachsen??

Es ist Fearghas, der blauhaarige Elb. Der arme Kerl wird so viel herumgestoßen und macht einiges durch. Aber immer aufs Neue beweist er seine Liebe zum Leben, er ist ein ehrenwerter, grundehrlicher Mann, auf ihn ist Verlass. Ich kann an dieser Stelle so viel verraten, ohne zu spoilern, dass ich als Autorin „alles wieder gut mache“, und er seine Belohnung bekommt. Das habe ich so richtig gern getan!

Aber da ist noch ein Charakter, knuffig und geheimnisvoll. Ich liebe das Wulliwusch!


4. Wird es wirklich bei drei Bänden bleiben oder wird es eventuell ein Wiedersehen in einem vierten Band oder einer Kurzgeschichte geben?

Definitiv bleibt es bei drei Bänden. Trilogie ist Trilogie, da beißt keine Maus den Faden ab und die Autorin auch nicht ;-) Allerdings lässt mich die Magiyamusa-Welt nicht wirklich los. Darum will ich nächstes Jahr eine Art Märchenbuch herausbringen. In der Anderwelt tummeln sich so viele interessante und liebenswerte Wesen. Deren Geschichten wollen auch erzählt werden. Auf diese vergnügliche Arbeit freue ich mich schon. Das ist auch nicht so anstrengend, wie einen ganzen Roman zu schreiben, geschweige denn eine Trilogie, wo von vorn bis hinten jede Einzelheit stimmen muss.

5. Wie lange arbeitest du durchschnittlich, bis du die erste Rohfassung eines Romanes fertig hast?

Wenn du mit Rohfassung das meinst, was da vor der Korrektur etc. auf dem „Papier“ steht – das ist unterschiedlich. Das geht von Monaten bis zu über einem Jahr. Die allererste Rohfassung entsteht aber nur im Kopf, schwirrt da rum, bis sie reif ist, erzählt zu werden. Und das sind manchmal nur Minuten, manchmal reift das auch monatelang im Hintergrund. In der Tat habe ich seit ca. 2 Jahren einen einzigartigen Fantasyroman da in mir rumschwirren. Immer öfter kommen Schnipsel (Schlüsselszenen) an die Oberfläche meines Bewusstseins – und werden dann sofort zu Papier gebracht. Den will ich in 2016 schreiben.

6. Die Schauplätze in deinen Büchern, welche könnte man in echt besuchen?

Oh, tolle Frage! Also: London, Edinburgh, Glasgow, die Highlands … Das wären die Orte der Drachenschwert-Trilogie, die man in tatsächlich besuchen kann. Glenmoran Castle, Tincraig und Devilhenge allerdings sind rein fiktiv.
Viel leichter besuchen kann man Hannover (der Ort meines ersten Lese-Adventskalenders), was übrigens meine Geburtsstadt ist, und Strümpfelbach (Baden-Württemberg), der Ort der Lindenhaus-Reihe (Miras Welt, Engelshauch und Kaffeeduft / Melissas Welt, Bienenflüstern und Drachenraunen – der dritte Band steht noch aus)

7. Gibt es eine Figur in deinen Romanen mit der du am liebsten tauschen würdest?

Über diese interessante Frage habe ich gründlich nachgedacht und kam zu dem Schluss: Es gibt keine.
Die Schöpferin von Welten und Figuren zu sein ist viel befriedigender.

8. Und zu guter Letzt: Welchen Tipp kannst du engagierten Nachwuchsautoren mit auf den Weg geben?

Geduld zu haben! Fleißig zu sein! Gute Arbeit abzuliefern. Lernen! Immer wieder von Anderen lernen, wie man es macht oder besser nicht macht. Sich mit Gleichgesinnten vernetzen ist sehr wichtig. Allein ist es kaum zu schaffen. Nutzt soziale Netzwerke wie z.B. Facebook. Wenn eure Rechtschreibung nicht top ist – gönnt eurem Buch ein Lektorat und Korrektorat. Und wenn ihr dafür vorher erst jobben oder sparen müsst! Nichts verdirbt eine gute Geschichte und den Lesespaß mehr, als viele Fehler. Selbiges gilt für das Cover. Wenn ihr nicht zufällig Grafiker oder supertalentiert seid, lasst die Finger davon! Gebt das in gute Hände.

[Autorenhomepage von Marlies Lüer: »http://silberworte.de«]
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Alle drei Bände der "Drachenschwert-Trilogie" gibt es übrigens auch als gedrucktes Buch zu je 12,90€. Also sogar für Nostalgiker geeignet, die gerne gute Bücher abklopfen und beschnüffeln. ;)

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