Zitat:

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele ... [Cicero]

Dienstag, 7. April 2015

Der Kampf um Gullywith von Susan Hill

Titel: Der Kampf um Gullywith
Autor: Susan Hill
Verlag: Rowohlt Rotfuchs, gebunden
Seiten: 351
ISBN: 3-499-21494-6

»kaufen«

Rezension: Olly zieht mitsamt Schwester und Eltern von London auf‘s Land. Das Anwesen in das sie einziehen heißt Gullywith und ist anfangs so gar nicht das gemütliche Zuhause, nach dem sich Olly sehnt. Es ist heruntergekommen, kalt und nass. Außerdem hat er immer mehr das Gefühl von Steinem mit seltsamen Runen verfolgt zu werden. Zum Glück gibt es da KK und ihren Bruder, die ihn mit Nonny Dreever begannt machen. Einem Mann, der sowohl alt, als auch jung zu sein scheint und Mittelpunkt zahlreicher magischer Abenteuer wird. Er schenkt Olly eine Schildkröte und erzählt ihm vom Steinkönig, der sein Land, zu dem auch Gullywith gehört, zurück erobern möchte und sich dafür aus dem Withernsee erhebt. Und tatsächlich scheinen die kleinen Steine einen Krieg gegen Olly und Gullywith zu führen. Zum Glück hat Olly seine Freunde und jede Menge unerwartete Hilfe in Form von Schildkröten und anderen Tieren. Doch wird er Gullywith retten können?

Die Geschichte ist verwoben mit Legenden und Sagen. Und genauso magisch ist die Atmosphäre, zauberhaft und bisweilen surreal. Die Charaktere sind passend dazu. Olly der Stadtjunge, der durch KK regelrecht aufblüht, Nonny Dreever und der Mann aus dem Buchladen, die bis zum Schluß ihre Geheimnise für sich behalten, KKs Bruder und Mervyn. KK bleibt bis zum Schluss ebenso mysteriös wie ihre Brüder, man erfährt kaum etwas über sie. Manchmal kann sie zickig werden, ist aber immer da, wenn Olly sie braucht. Man mag sie vom ersten Moment an. Ollys Vater und Schwester mag man auch gleich, nur seine Mutter lag mir nicht wirklich. Sie schiebt die Schuld bei allem was passiert lieber auf andere. Eine Eigenheit, die sie öfters wie einen verzogenen Teenager erscheinen lässt. Mervyn macht von allen die größte Wandlung durch. Anfangs ein unsymphatischer kleiner Kerl, wird er zum Schluss nach und nach symphatischer. Eben wie im richtigen Leben, manchmal braucht es nur einen Stups in die richtige Richtung um die guten Seiten eines Menschen zu sehen. Alles ist kindgerecht und trotzdem weiß es auch erwachsene Leser zu fesseln, das ideale Familienbuch.
Zwischen den Zeilen verstecken sich immer wieder Illustrationen kleiner Steine oder Schildkröten, passend zum Buch. Vorne und hinten im Buch befindet sich eine Karte, auf der alle wichtigen Stationen eingezeichnet sind. Man findet sich damit sofort in der Welt von Gullywith zurecht. Die ganze Gegend ist genauso zauberhaft gestaltet wie das Thema, man hat es bildlich im Kopf und staunt jedes Mal auf's Neue, wenn ein weiteres atemberaubendes Detail enthüllt wird.
Auch für Spannung wird in Etaphen gesorgt. Es gibt Phasen in denen es etwas ruhiger wird und dann passiert wieder etwas, mit dem man in dem Moment gar nicht gerechnet hat. Olly wird immer tiefer in diese Zauberwelt hinein gezogen, voller magischer Bücher, heldenhafter Schildkröten und verborgenen Tunneln und Gängen unter den Hügeln.
Leider wirkt der Schluss dazu fast lieblos und übereilt. Man fragt sich wieso das Ganze überhaupt passieren musste, wenn sich alles so einfach auflösen lässt. Es gibt keinen Showdown wie man ihn erwartet hätte und viele Fragen bleiben ungeklärt. Das wäre an sich nicht weiter dragisch, wenn es eine Fortsetzung geben würde, doch leider ist in dieser Richtung nichts geplant.

Trotz diesem kleinen Minuspunkt ist „Der Kampf um Gullywith“ ein Abenteuer für die ganze Familie. Für Kinder, wie Junggebliebene, die sich gerne mitten in Märchen und Sagen stürzen und sich einfach vom Zauber treiben lassen.

Wertung:

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen