Zitat:

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele ... [Cicero]

Samstag, 28. März 2015

Die Hüterin des Schattenbergs von Monika Felten

Titel: Die Hüterin des Schattenbergs
Autor: Monika Felten
Verlag: cbj, gebunden
Seiten: 491
ISBN: 3-570-13999-9

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Rezension: Einst verbannte der mächtige Magier Orekh die dunklen Anteile der menschlichen Seele in den Schattenberg, um einen grausamen Krieg zu beenden. Einige wenige, bei denen das Ritual misslingt werden von nun an als Unreine gebranntmarkt und weggesperrt. Lediglich die Kaste der Magier bleibt von all‘ dem ausgenommen, um über alles wohlwollend zu wachen. Acht Gererationen später befindet sich gerade Jemina (eine Reine), eine Eleve (Auszubildende) der Hüterin Efta auf dem Weg zur ihrer Novizinnen Prüfung. Auch die anderen Hüter der Magie des Schattenbergs und ihre Eleven werden dort sein. Ihre Aufgabe ist es, zu gewährleisten, dass die Schatten durch einen magischen Bann im Saum gehalten werden.
Doch es passiert ein furchtbares Unglück, bei dem alle Hüter (Hüter sind keine Magier) ums Leben kommen und nur noch Jemina, als nun geprüfte Novizin und die anderen Eleven samt Rik scheinen das Unglück aufhalten zu können. Hilfesuchend wenden sie sich an die Magier, doch der Meistermagier selbst hegt längst eigene Pläne und auch der Frieden des Landes scheint lange nicht so glücklich wie Jemina denkt. Zum Glück ist Rik an ihrer Seite, doch immer öfter hat sie bei ihm das Gefühl, dass er etwas vor ihr verbirgt.

Die Geschichte beginnt recht unspektakulär und braucht eine ganze Weile, um in die Gänge zu kommen. Die meisten der Eleven und Hüter werden nicht einmal namentlich genannt und bleiben gesichtslose Randfiguren. Lediglich Jemina und Rik bekommen einen tieferen Anstrich und machen eine, wenn auch nur kleine Wandlung im Laufe der Geschichte durch. Natürlich darf auch die übliche Liebesgeschichte nicht fehlen. Zum Glück ist diese jedoch nicht aufgezwängt oder übertrieben hervor gehoben, sondern spielt sich dezent im Hintergrund ab.
Man erfährt nicht wirklich viel zu äußerlichen Besonderheiten oder anderen Dingen, die einen Chara sonst besonders machen würden. Nun könnte man sagen, da die Eleven bis zum Tage ihrer Prüfung nie in einen Spiegel blicken, mag das zu verschmerzen sein. Auch die Tatsache, dass mit dem dunklen Teil der Seele offenbar jeglicher gesunde Menschenverstand und das Gespür für Recht und Unrecht verloren gegangen ist, bis hin zur kompletten Selbstaufgabe, kann man durchaus als möglich betrachten. Doch leider führt es auch dazu, dass alle Reinen unglaublich naiv, beinahe schon dumm erscheinen. Es fehlt ihnen dadurch schlicht an Sympathie oder Eigenheiten, die sie einem näher bringen würden. Einzig Rik ist hier ausgenommen, doch warum werde ich nicht verraten. Er ist aber auf jeden Fall der bei weitem interessanteste Charakter des ganzen Buches, wurde jedoch leider nicht optimal ausgebaut. Jemina dagegen würde man gerne hin und wieder packen und schütteln. Erst im Laufe der Geschichte kommt es bei ihr zu einer Wandlung, schnell aber nachvollziehbar. Leider macht sie das nur bedingt sympathischer.
Handlungsstränge gibt es mehrere, die jedoch aufgrund der wenigen wichtigen Darsteller angenehm zu lesen sind. Es passiert tatsächlich auch nicht viel: die Suche nach einem geheimnisvollen Zauberbuch, ein paar halbherzige Intrigen und eine kurze Reise ins Jenseits. Das Finale ist beinahe unspektakulär, aber stimmig. Man fragt sich nur die ganze Zeit, wann Jemina endlich darauf kommt, was sie mit Orekhs Geschenk machen muss. Das Ganze war etwas zu offensichtlich. Mir jedenfalls, war es ab dem Moment klar, in dem sie das Geschenk von Orekh überreicht bekam.

Im Großen und Ganzen also keine unerwarteten Handlungsschlenker oder Überraschungen, aber doch solide Fantasy. Aufgrund der schlichten Sprache eher Jugendfantasy und sicher auch nicht Frau Feltens bestes Werk, aber durchaus lesenswert. Gelungen ist jedoch auf jeden Fall die Botschaft hinter der Geschichte, doch die lasse ich euch lieber selbst ergründen.

Wertung:

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