Zitat:

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele ... [Cicero]

Dienstag, 31. März 2015

Stigmata - Nichts bleibt verborgen von Beatrix Gurian

Titel: Stigmata - Nichts bleibt verborgen
Autor: Beatrix Gurian
Verlag: Arena, gebunden
Seiten: 383
ISBN: 3-401-06999-3

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Rezension: Emma ist ohnmächtig vor Trauer. Ihre Mutter, eine Seele von Mensch soll tod sein. Mit dem Auto in einem See ertrunken. Doch ihre Leiche wurde nie gefunden, dafür die einer unbekannten älteren Frau. Kurz vor der totalen Selbstaufgabe bekommt sie einen mysteriösen Brief zusammen mit einem fast leeren Fotoalbum. „Finde den Mörder Deiner Mutter!“, lautet die Botschaft und führt Emma zu einem seltsamen Camp für Jugendliche mitten im Nichts. In dem baufälligen Gebäude findet sie nach und nach immer mehr Spuren zur Vergangenheit ihrer Mutter und mit jedem Hinweis wächs ein furchtbarer Verdacht in ihr. Ist der Mörder ihrer Mutter unter den Anwesenden oder lebt ihre Mutter vielleicht sogar noch?!

Was soll ich zu diesem Roman sagen? Die Aufmachung ist edel, die Fotos im Buch stellen die Originalfotos, die Emma findet dar und untermalen die Story. Sie wirken düster, lassen einen aber kalt. Überhaupt wirkt die ganze Geschichte sammt der Charaktere durchweg unterkühlt. Es ist keiner dabei, der einem während dem Lesen näher kommt. Man bekommt nicht einmal eine ungefähre Vorstellung davon, wie die einzelnen Protagonisten aussehen sollen. Es bleibt alles verwaschen. Schlicht, sie lassen einen kalt. Auch die Atmosphäre ist stark unterkühlt und wirr, was aber beabsichtigt sein kann. Die Story selbst krankt an fehlender Logik. Wieso sollte ein Vormund sein Mündel einfach - alleine - bei so etwas teilnehmen lassen, ohne irgendwie Kontakt mit ihr halten zu können. Und wie kommt eine Jugendliche auf die Idee, so etwas im Alleingang klären zu wollen??? Zu vieles ist zu abwegig, zu viele Handlungen unrealistisch.
Allein die Rückblenden zu Emmas Mutter wirken realitätsnah. Ihre Geschichte ist verstörend, geprägt von religiösem Wahn und doch das einzige Zugmittel, das einem zum Weiterlesen bewegt. Man möchte wissen, was aus dieser zerbrechlichen jungen Frau wurde. Möchte ihr Schicksal ergründen.
Im Camp bekommt es Emma mit Schickanen unterschiedlicher Art zu tun, gleichzeitig spielen die Betreuer die Jugendlichen gegeneinander aus. Trotzdem kuschen die Kids, absolut untypisch. Kein Teenie lässt so mit sich umspringen. Der eigentliche Sinn des ganzen wird dann auch erst zum Schluss hin klar, als die Situation eskaliert und aus dem Camp schlichtes Kidnapping sammt Erpressung wird. Wie Emma und die anderen Kids da reingeraten sind möchte ich euch nicht verraten, denn es ist immerhin ein kleiner Aha Effekt, der einem für das träge Dahinfließen der vorangehenden Kapitel entschädigt.
Es erinnert jedoch stark an Saeculum, jedenfalls bis zu einem gewissen Maß. Die Story ist jedoch bei weitem nicht so durchdacht, der Spannungsbogen kaum vorhanden.
Auch der Schluss wirkt halbherzig. Eine unglaubwürdige Liebesgeschichte, die aufgezwängt erscheint und dazu jede Menge Menschen, die von ihrer Vergangenheit eingeholt wurden. Zerbrochene Gestalten, in einer Geschichte voller Bruchstücke mit einem mehr oder weniger offenen und deprimierenden Ende.

Für mich ein sehr enttäuschendes Buch. Man hätte so viel mehr aus dem Thema heraus holen können und gute Ansätze waren auch vorhanden. Das ganze scheiterte jedoch an der unterkühlten Grundstimmung und den blassen, geradezu farblosen Charakteren.

Wertung:

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