Zitat:

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele ... [Cicero]

Montag, 30. März 2015

Nie wieder Migräne von Dr. med. Klaus Strackharn

Titel: Nie wieder Migräne
Autor: Dr. med. Klaus Strackharn
Verlag: Herbig, broschiert
Seiten: 207
ISBN: 3-7766-1753-5

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Rezension: Vor einiger Zeit stieß ich in meinem Lieblingsantiquariat auf dieses Buch, noch original eingeschweißt. Da ich zu dieser Zeit wieder extrem unter Migräne litt, nahm ich es mit. Der Arzt, der wie ich feststellen durfte, nicht weit weg von mir praktiziert, betreibt in seinem Buch sowohl Ursachenforschung, Erklärungen zu Entstehung und Wirkmechanismen von Migräne und erläutert Heilungschancen. Aufgrund seiner Praxiserfahrungen und zahlreicher Migräne-Geschichten von echten Patienten macht das Buch einen sehr fundierten Eindruck. Das ganze ergänzt durch Tabellen und Illustrationen mit herausnehmbarem Übersichtsplan für den Geldbeutel. Darauf finden sich die wichtigsten Selbsthilfe- und Vorbeugungsmaßnahmen.


Seit einem Unfall während meiner Schulzeit leide ich oft unter tagelangen Migräneattacken, jüngst sogar mit neurologischen Ausfallerscheinungen. Inzwischen habe ich seit 1 Monat keine einzige Tablette mehr gebraucht und bis auf zwei ganz kurze Anfälle war ich beschwerdefrei. Angesichts dessen, dass ich zuletzt fast einmal die Woche eine heftige Attacke zu verkraften hatte und selbst Tabletten nicht mehr halfen, ist das ein extremer Fortschritt. Interesse geweckt?

Zuerst einmal fiel mir der kleine Zettel mit den Vorbeugungs- und Selbsthilfemaßnahmen auf. In wenigen Stichworten erfährt man hier, was Migräniker meiden und was sie auf jeden Fall tun sollten, um Attacken vorzubeugen. Interessant fand ich hier die diversen Lebensmittelzusatzstoffe, die einem sofort ins Auge fallen. Doch was das mit meiner Migräne zu tun haben sollte, war mir da noch nicht klar. Die andere Seite zeigt auf, wie man sich während eines Anfalls verhält, um die Dauer zu minimieren. Super einfach, aber es wirkt!
Das Buch selbst beginnt mit Geschichten von Migräne Patienten und den unterschiedlichen Migräne Auslösern. Er erläutert neueste Einsichten aus Forschung und Praxis, die er mit Illustrationen, auch für den Laien verständlich, beschreibt. Dabei steigt er etwas tiefer in die Materie ein und erklärt die unterschiedlichen Vorgänge im Körper, die bei einer Migräne mitspielen. Wie wichtig dies ist, wird einem während dem Lesen schnell bewusst. So können Allergien bzw. Unverträglichkeitsreaktionen, die sich eher im Magen- und Darmbereich abspielen zu Entzündungen im ganzen Körper und auch dem oft vorbelasteten Nacken führen, die dann wiederrum Migräne auslösen. Und hier wären wir dann wieder bei den Lebensmittelzusatzstoffen, den Geschmacksverstärkern und Konservierungsmitteln. Zu dieser Zeit begann ich darauf zu achten Lebensmittel zu meiden, die solche Zusätze beinhalten. Der Abschnitt über Knoblauch und Schwefeldioxid war dabei besonders prägend für mich, da mir augenblicklich klar wurde, dass ich auf beides ganz extrem reagiere. Ich hatte es jedoch nie bewusst damit in Verbindung gebracht und schon gar nicht mit den auf den Genuß folgenden Migräneattacken. Auch die Tatsache, wie wichtig die richtige Schlafposition ist, war neu für mich. Daneben gibt es viele Alltagssituationen, denen man kaum Beachtung schenkt, die jedoch ebenfalls Migräne auslösen können. Unsere Mütter haben eben doch recht, wenn sie uns ständig ermahnen auf unsere Haltung zu achten. Oft sind es gerade die versteckten Haltungsschäden, die uns Probleme bereiten. Natürlich wird auch die psychische Komponente nicht außen vor gelassen.

Leider lassen sich nicht alle Auslöser beseitigen, gerade bei Wetterumschwüngen oder hormonellen Schwankungen spüre ich nach wie vor die Aura sammt beginnendem Schmerz. Doch mit Hilfe der „Übungen“ bzw. Selbsthilfemaßnahmen konnte ich mein Tablettenkonsum auf unglaubliche 0 Tabletten innerhalb eines Monats herunter schrauben. Es gehört natürlich ein gewisses Maß an Disziplin mit dazu und der Wille sein Leben und die Ernährung umzustellen, um Auslöser zu minimieren. Für mich war das Buch eine echte Offenbarung, so seltsam es sich anhört. Ich kann es nur jedem Leidensgefährten ans Herz legen. Gebt dem Buch eine Chance und lasst euch auf dieses Experiment ein. Zieht euch heraus, was ihr für euch anwenden könnt und lasst weg, mit was ihr nicht konform geht. Ich kann nichts zu Dr. med. Strackharns Klinik sagen, aber das Buch hat mir geholfen, ganze ohne Spritzen oder Tabletten.

Wertung:

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