Zitat:

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele ... [Cicero]

Sonntag, 29. März 2015

Haunted von Bentley Little

Titel: Haunted
Autor: Bentley Little
Verlag: Voodoo Press, Taschenbuch
Seiten: 397
ISBN: 3-902802-55-3

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Rezension: Familie Perry zieht endlich in ein neues, größeres Haus. Es scheint perfekt und nur auf sie gewartet zu haben. Schon kurz nach dem Einzug machen die einzelnen Familienmitglieder jedoch die ersten unheimlichen Erfahrungen. Alles scheint von einem unscheinbaren Kellerraum unter der Küche auszugehen, der Albträume und das pure Grauen verursacht. Nicht lange und es stellt sich heraus, dass sich eben in diesem Raum ein Mann das Leben genommen hat. Die Geschehnisse werden immer bedrohlicher, bis sie von den Eltern nicht mehr ignoriert werden können und ihren vorläufigen Höhepunkt in einer grauenvollen Hausparty finden, bei der der Geist des Selbstmörders zu den ungeladenen Gästen gehört. Als die Eltern danach beginnen über das Haus zu recherchieren, stoßen sie auf Dokumente die weit zurück reichen. Etwas altes Böses lauert in ihrem Haus und es hat sein nächstes Opfer bereits auserkohren.

Eines vorweg, dieses Buch hält was es verspricht. Es ist nichts für schwache Gemüter und ganz sicher auch kein Buch zum Einschlafen. Die ersten Ereignisse lassen nicht lange nach dem Umzug auf sich warten, es geht also sofort los. Das ganze steigert sich von Kapitel zu Kapitel. In gleichem Maße nimmt die düstere Stimmung zu. Man spürt beim Lesen die bedrückende Angst der Hausbewohner. Sicher, die Sache mit dem Bösen im Keller ist nicht neu, doch hat der Autor eine ganz andere Herangehensweise an das Thema und spielt vielmehr mit den niederen Wünschen und Ängsten der Bewohner. Einen einzelnen Besessen sucht man hier vergeblich, vielmehr ist es das Grundstück, welches vom Bösen beseelt ist und den Menschen seinen Willen aufzwingt. Genährt und beeinflusst wird es lediglich durch den stetigen Strom von Selbstmördern.
Der Autor hat sich beim Erschaffen seines „Bösen“ offenbar von Lovecraft inspirieren lassen, jedenfalls erinnert Aussehen und Thematik stark an den Altmeister.

Die beiden Kinder der Familie, namens Megan und James, versuchen zunächst auf ihre Art mit all‘ dem klar zu kommen und verheimlichen anfangs einige Vorkomnisse. Das führt zu Szenen, bei denen man die Luft scharf zwischen den Zähnen hindurch zieht, weil man das Gefühl hat, dass es schon arg eng für die Kleinen wurde. Die Eltern (Julian und Claire) selbst, sind mir nicht wirklich sympathisch geworden. Was aber auch daran liegen mag, dass sie stärker, als die Kinder von dem Haus beeinflusst werden. Es löst in ihnen eine regelrechte Perversion und Affektion auf Sex aus. Auch einige der Gäste der Hausparty bieten in dieser Hinsicht das äußerste an Ekelerregendem, was ich in dieser Art je gelesen habe. Manche Absätze empfand ich als geradezu verstörend.
James Schwiegervater hat die Rolle des unausstehlichen Kollerikers. Sein Ende zum Schluss hin war jedoch zu vorhersehbar.
Gepuscht wurde die Geschichte durch Rückblenden, in denen die Vorgeschichte zu dem Grundstück erzählt wird. Diese Geschichten sind deutlich dunkler und blutiger ausgeprägt. Sie haben mir fast noch mehr die Haare zu Berge stehen lassen, als die Ereignisse im Haus. Es fügt sich alles zusammen, inklusive vieler kleiner Details. Bis die Familie jedoch schließlich die Flucht ergreift, dauert es unfassbar lange, es kommt gar zu einem weiteren Selbstmord auf dem Grundstück. Nun wird dies folgendermaßen geklärt, so soll das Haus selbst die Gedanken verwirren und den Willen lenken. Viele Fragen zu der Wesenheit bleiben leider ungeklärt oder unbeachtet. Auch das Ende selbst, scheint zwar die einzig mögliche Lösung zu sein, doch wirkt es zu einfach, zu glatt.

Ich empfand den Roman als angenehmes Wachhaltemittel an dunklen Abenden mit Garantie für schlechte Träume. Kein Buch für Schreckhafte oder Zartbesaitete. Wer jedoch einen Horrorroman sucht, bei dem nicht nur andeutungsweise etwas Unheimliches passiert, sondern eher auf handfestes steht, der dürfte hiermit bestens bedient sein.

Wertung:

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