Zitat:

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele ... [Cicero]

Montag, 24. November 2014

Carmilla, die Vampirin von Joseph Sheridan Le Fanu

Ich habe Carmilla in einer Anthologie (Von denen Vampiren oder Menschensaugern - Hrsg. Sturm/Völker) vorliegen. Ebenfalls ungekürzt, jedoch ohne die Illustrationen. 

Titel: Carmilla, die Vampirin
Autor: Joseph Sheridan Le Fanu
Illustrator: Michael Fitzgerald
Verlag: Diogenes, Taschenbuch
Seiten: 128
ISBN: 3-257-24087-2

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Rezension: Laura wohnt mit ihrem Vater abgeschieden auf einem alten Schloss, zusammen mit wenigen Bediensteten. Als dann auch noch ein lang ersehnter Besuch aufgrund eines Todesfalles ausfällt, ist sie sehr enttäuscht. General Spielsdorf Mündel ist einer dunklen Macht zum Opfer gefallen. Kurz darauf werden Laura und ihr Vater Zeugen eines Unfalls und finden sich direkt danach in Gesellschaft eines Gastes wieder. Laura schwebt zwischen Entsetzen und einer seltsamen Anziehung, erkennt sie in ihrem weiblichen Gast doch jenes Gesicht wieder, dass sie seit einem albtraumhaften Erlebnis aus ihrer Kindheit verfolgt. Die junge Dame nennt sich Carmilla und gibt nichts Genaueres über ihr Leben preis. Kurz nach ihrer Ankunft kommt es in der Umgebung des Schlosses zu mysteriösen Todesfällen unter jungen Frauen. Als die Seuche auch Laura befällt und diese gepeinigt von Albträumen immer mehr dahinsiecht, taucht plötzlich General Spielsberg auf und erzählt ihr und ihrem Vater eine unheimliche Geschichte ... kommt er bereits zu spät?!

Carmilla ist ein Vampirroman und stammt bereits aus dem Jahre 1872. Er war Bram Stokers Inspiration für Dracula. Deshalb verwundert es auch nicht, wenn es zwischen beiden durchaus Parallelen gibt. Unter anderem, die als Bericht abgefasste Form. In diesem Fall erzählt Laura uns ihre Geschichte. Der Roman ist eher ein kurzes Vergnügen und umfasst in dieser Ausgabe lediglich 128 Seiten. Die Sprache wirkt längst nicht so altbacken, wie viele vermuten. Carmilla schaft es auch heute noch zu begeistern.

Die Geschichte ist als Schauerroman angelegt, ohne dabei großartig mit Horror oder Grauen zu arbeiten.

Zitat: »Am Fußende des Bettes bewegte sich etwas, das ich anfangs nicht genau erkennen konnte. Dann sah ich, daß es ein kohlschwarzes Tier war, ähnlich einer riesigen Katze. Es schien vier bis fünf Fuß lang zu sein, genau so lang wie der Kaminvorleger, über den ich es schleichen sah. Unheimlich ruhelos wie ein wildes Tier im Käfig lief es ständig hin und her.«

Sie ist recht still, ohne jedoch langweilig zu wirken.
Es macht Spaß, selbst zu kombinieren und die dezenten Hinweise, die in die Geschichte mit einfließen zu deuten. Besonders gelungen fand ich die Stelle mit dem Gemälde und später die Sache mit den Namen. Der Roman spielt in der Steiermark, was zur damaligen Zeit wohl als recht exotisch galt.

Wer Carmilla jedoch liest, weil es oft als "Carmilla, der lesbische Vampir" betitelt wird, dem sei gesagt, dass dies nur bedingt zutrifft. Sicher gibt es einige etwas entfernt erotische Szenen, doch liefert der Schluß hierfür eine eher nüchterne Erklärung.
Der Schluss selbst ist zwar keineswegs überraschend, aber trotzdem spannend und schlüssig. Lediglich eine Frage bleibt offen, wer sind der seltsame Mann und die Frau, in deren Gesellschaft Carmilla auftritt.
Es ist interessant zu sehen, wie sich das Bild des Vampirs im Laufe der Jahrhunderte verändert hat und wie wenig teils von dem sich darum rankenden ursprünglichen Aberglauben übrig geblieben ist.

Alles in allem ein gelungener Schauerroman für alle, die auch bereits Dracula kennen und lieben oder Fans echter Klassiker sind.

Wertung:

1 Kommentar :

  1. Muss ein gut buch sein! Eigentlich, ich bin lerne jetzt Deutsch.

    Du hast ein toll blog! Ich wunsch Dir einen guten Tag :)

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