Zitat:

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele ... [Cicero]

Freitag, 21. November 2014

Anna und die flüsternden Stimmen von Sabine Städing

Titel: Anna und die flüsternden Stimmen
Autor: Sabine Städing
Verlag: Boje, Hardcover
Seiten: 255
ISBN: 978-3-414-82114-0

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Rezension: Anna muss mir ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder Urlaub in Qual an der Ostsee machen, während all ihre Klassenkameraden irgendwo im Süden unter Palmen liegen. Zum Glück trift sie dort auf Tjark, der ihr den Urlaub versüßt. Doch leider hat sich kurz nach ihrer Ankunft auch etwas Dunkles an ihre Fersen geheftet. Nachts im Regen steht eine mysteriöse Gestalt und sieht zu ihrem Fenster hoch, Stimmen flüstern, unheimliche Botschaften erscheinen auf ihrer Leinwand. Und dann ist da noch der wächserner Fremde mit dem Zylinder, der sie bedroht. Alles scheint mit einer ehemaligen Klinik zusammen zu hängen, die sich auf dem gleichen Grundstück wie ihr Ferienhaus befindet. Dr. Hasselreuther, der ehemalige Chef der Klinik treibt als verfluchte Seele sein Unwesen in Qual und trachtet nun nach Annas Seele. Annas einzige Chance auf Rettung ist, das Rätsel um Hasselreuther und seine Verbrechen zu Lebzeiten aufzudecken. Zum Glück steht ihr Tjark zur Seite.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Anna geschildert und startet recht schnell richtig durch. Schon kurz nach der Ankunft steht nachts im Regen eine unheimliche Gestalt und das Ferienhaus scheint zu flüstern. Als dann auch noch ein Hilferuf auf einer ihrer Leinwände erscheint und die mysteriöse Gestalt sie bedroht, zweifelt sie zunächst an ihrem Verstand, bis auch ihre Familie den Mann mit dem wächsernen Gesicht zu Gesicht bekommen, sich jedoch nichts dabei denken. Die Stimmung ist unheimlich und etwas bedrückend und steigert sich die ersten Kapitel stetig.
Anfangs versucht Hasselreuther ihr auch durch seltsame Unfälle nach dem Leben zu trachten. Nach einiger Zeit gerät die anfängliche Spannung jedoch ins Stocken, dafür tritt Annas Beziehung zu Tjark in den Vordergrund. Das verpasst der Geschichte einen Dämpfer und lässt es stellenweise sogar unrealistisch wirken. Denn plötzlich gibt es keine Anschläge mehr auf Anna, als wolle er ihrem Techtelmechtel genügend Zeit einräumen und ihre Recherchen über sein eigenes niederträchtiges Leben nicht stören.
Auch, dass Anna ihren ehemaligen Ausflug in die Welt der Wicca erst offenbart, nachdem sie bereits ein Medium um Hilfe fragen mussten wirkt zu konstruiert. Es hat halt gerade gepasst, weil zu einem Problem schnell eine Lösung her musste, natürlich wird dann auch noch das Internet als unanfechtbare Quelle allen magischen Wissens und echter Zaubersprüche heran gezogen. Warum war das Medium dann überhaupt nötig. Und wieso fällt es Hasselreuther so einfach eine Frau zu töten, aber bei Anna, einem naiven Teenie scheitert er?
Zum Schluss hin wird es noch einmal dezent gruselig, wenn die Geister Anna um Hilfe ersuchen, doch leider gelingt alles zu reibungslos und Hasselreuther bleibt bis zum Schluss im Hintergrund. Gut gefallen hat mir dagegen der Teil indem die Geister Anna ihre Geschichte zeigen. Es war spannend und hat einige losen Enden zusammen gefügt.
Das Ende wirkt dafür sehr übertrieben und erweckt den Eindruck als hätte die Autorin kurz vorher "Der Zauberer von Oz" gelesen. Was in aller Welt haben geflügelte Lemuren in der Geschichte zu suchen und woher hat Hasselreuther diese nervigen Geschöpfe so plötzlich?

Mein Fazit, der Anfang hat mir wirklich gut gefallen und war vielversprechend, leider triftete die Geschichte im Verlauf hin zu einer mittelmässigen Teenieromanze ab. Etwas mehr Grusel und realistische Handlungsweisen hätten der Geschichte gut getan. Aber vielleicht bin ich da auch zu kritisch und sie gefällt einem jüngeren Publikum genau deshalb.

Wertung:

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