Zitat:

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele ... [Cicero]

Dienstag, 28. Oktober 2014

Böses Blut von Rhiannon Lassiter

Titel: Böses Blut
Autor: Rhiannon Lassiter
Verlag: Fischer, Taschenbuch
Seiten: 395
ISBN: 978-3-596-80803-8

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Rezension: Als die Mutter von Cat und Roley wieder heiratet, gehören plötzlich auch Kat und John zu ihrem neuen Leben. Doch die beiden Mädchen können sich vom ersten Tag an nicht riechen. Schon allein der gleich klingende Spitzname führt zu unsäglichen Hasstriaden. Um die Patchwork-Familie näher zusammen zu bringen, beschließen die Eltern einen Familienurlaub. Da kommt der Brief der Eltern von John und Kats verstorbener Mutter genau richtig, in dem sie ihnen ihr altes Haus für einen Urlaub anbieten, bevor es verkauft werden soll. Doch mit ihrer Ankunft an dem verlassenen Anwesen wecken sie eine dunkle Macht, deren Ursprung weit in der Vergangenheit liegt. In der Jugend von John und Kats Mutter, die zusammen mit zwei Freundinnen began ein seltsames Spiel zu spielen, das außer Kontrolle geriet. Eine schaurige Puppe, die offenbar ihren eigenen Willen hat und der mysteriöse Junge Fox sind nur zwei der Rätsel, die es zu lösen gilt. Zum Glück bekommen sie Hilfe von dem Mädchen Alice, die in dem angrezenden Dorf lebt und an der Fox ein ungewöhnliches Interesse zeigt.

Was einem sofort ins Auge sticht sind zu allererst einmal die genialen Verzierungen, die jede einzelnde Seite schmücken. Da macht das Lesen gleich von der ersten Seite an Spaß.

Die Geschichte selbst entwickelt sich auch recht schnell, es gibt keine lange Einleitung, nur eine kurze Vorstellung der Personen und der Familiensituation. Die Sprache reist mit, zieht einem sofort in die Geschichte. Ab dem Moment in dem die Familie bei dem Anwesen ankommt, steigert sich die bedrohliche Stimmung von Kapitel zu Kapitel. Sowohl Cat, als auch Kat sind so angelegt, dass man sie einfach nicht ausstehen kann. Allerdings bewusst und gewollt. Der Gegenpol dazu sind Roley und John, die einem sofort ans Herz wachsen. Roley, der für den jüngeren John nach und nach immer mehr die Rolle des großen Bruders einnimmt und John der Ruhige und Besonnene, der zum Schluß alle überrascht. Die Eltern dagegen bleiben etwas blass, gehen ihren eigenen Weg, die Kinder müssen schaun wie sie damit zurecht kommen.
Zwischen all diesem Familiendrama schleicht sich beinahe unbemerkt etwas Bedrohliches ein. Die ältere Cat findet in einem Schrank eine Puppe mit einer Armee kahlköpfiger, augenloser Puppendrohnen. "Delilah und ihre Drohnen" steht auf dem Karton, in dem sie durch unzählige Schnürre verschlossen waren. Cat erlaubt sich einen bösen Scherz und drapiert die Puppen, um Kat zu erschrecken. Doch was als ein Scherz gedacht war, wendet sich gegen sie selbst. Von nun an scheint Cat von Delilah regelrechte verfolgt zu werden. Überall taucht die unheimliche Puppe auf. Roley hingegen bekommt es mit zwei Spiegelwesen zu tun, die in wie zwei Geister begleiten und in jeder spiegelnden Oberfläche erscheinen.
Kat findet gleich nach der Ankunft einen geheimen Raum voller Bücher aus denen Namen brutal ausgestrichen wurden. Und dann ist da noch das tagebuchartige Notizbuch ihrer toten Mutter mit dem Titel "Das Spiel", in dem nicht nur Delilah und die Spiegelwesen abgebildet sind. Erst als immer mehr seltsame Dinge geschehen und Roley und John das Notizbuch in die Finger bekommen, dämmert ihnen, was für ein Spiel das genau war.

In dieses Familiendrama stolpert Alice, ein Mädchen aus dem Dorf, dass zudem die Tochter der beiden Freundinnen von Kats Mutter ist. Nachdem sie im Wald von Etwas angegriffen wurde, beginnt sie selbst nachzufroschen, warum ihre Mütter sie immer vor dem Wald gewarnt haben. Der fuchsgesichtige Fox hilft ihr dabei nicht nur einmal aus der Patsche. Doch man kann bis zum Schluß nur vermuten, welche Gründe er dafür hat. Obwohl er mit allen anderen ein falsches Spiel spielt und man sich fast sicher ist, dass er zu den Bösen gehört, mag man ihn irgendwie. Alice bringt einem ins Grübeln, etwas an ihr ist seltsam, man bekommt es jedoch nicht zu fassen.

Nur nach und nach werden einzelne Puzzelteilchen des unheimlichen Spiels der verstorbenen Mutter aufgedeckt. Das ganze Ausmaß erkennt man jedoch erst zum Schluß hin und gipfelt in einem tollen Showdown. Sicher, es ist kein Action geladener Thriller, aber ein richtig genial angelegter Gruselroman. Für Fox tut einem der Schluß jedoch fast schon leid, mehr sei jedoch nicht verraten.

Mein Fazit: Perfekt für die "dunklere" Jahreszeit und ideal auch für Halloween. Ich garantiere euch, während dem Lesen werdet ihr jedes auch nur puppenähnliche Gebilde sicher in einem Schrank verschließen.

Wertung:

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