Zitat:

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele ... [Cicero]

Dienstag, 28. Oktober 2014

Böses Blut von Rhiannon Lassiter

Titel: Böses Blut
Autor: Rhiannon Lassiter
Verlag: Fischer, Taschenbuch
Seiten: 395
ISBN: 978-3-596-80803-8

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Rezension: Als die Mutter von Cat und Roley wieder heiratet, gehören plötzlich auch Kat und John zu ihrem neuen Leben. Doch die beiden Mädchen können sich vom ersten Tag an nicht riechen. Schon allein der gleich klingende Spitzname führt zu unsäglichen Hasstriaden. Um die Patchwork-Familie näher zusammen zu bringen, beschließen die Eltern einen Familienurlaub. Da kommt der Brief der Eltern von John und Kats verstorbener Mutter genau richtig, in dem sie ihnen ihr altes Haus für einen Urlaub anbieten, bevor es verkauft werden soll. Doch mit ihrer Ankunft an dem verlassenen Anwesen wecken sie eine dunkle Macht, deren Ursprung weit in der Vergangenheit liegt. In der Jugend von John und Kats Mutter, die zusammen mit zwei Freundinnen began ein seltsames Spiel zu spielen, das außer Kontrolle geriet. Eine schaurige Puppe, die offenbar ihren eigenen Willen hat und der mysteriöse Junge Fox sind nur zwei der Rätsel, die es zu lösen gilt. Zum Glück bekommen sie Hilfe von dem Mädchen Alice, die in dem angrezenden Dorf lebt und an der Fox ein ungewöhnliches Interesse zeigt.

Was einem sofort ins Auge sticht sind zu allererst einmal die genialen Verzierungen, die jede einzelnde Seite schmücken. Da macht das Lesen gleich von der ersten Seite an Spaß.

Die Geschichte selbst entwickelt sich auch recht schnell, es gibt keine lange Einleitung, nur eine kurze Vorstellung der Personen und der Familiensituation. Die Sprache reist mit, zieht einem sofort in die Geschichte. Ab dem Moment in dem die Familie bei dem Anwesen ankommt, steigert sich die bedrohliche Stimmung von Kapitel zu Kapitel. Sowohl Cat, als auch Kat sind so angelegt, dass man sie einfach nicht ausstehen kann. Allerdings bewusst und gewollt. Der Gegenpol dazu sind Roley und John, die einem sofort ans Herz wachsen. Roley, der für den jüngeren John nach und nach immer mehr die Rolle des großen Bruders einnimmt und John der Ruhige und Besonnene, der zum Schluß alle überrascht. Die Eltern dagegen bleiben etwas blass, gehen ihren eigenen Weg, die Kinder müssen schaun wie sie damit zurecht kommen.
Zwischen all diesem Familiendrama schleicht sich beinahe unbemerkt etwas Bedrohliches ein. Die ältere Cat findet in einem Schrank eine Puppe mit einer Armee kahlköpfiger, augenloser Puppendrohnen. "Delilah und ihre Drohnen" steht auf dem Karton, in dem sie durch unzählige Schnürre verschlossen waren. Cat erlaubt sich einen bösen Scherz und drapiert die Puppen, um Kat zu erschrecken. Doch was als ein Scherz gedacht war, wendet sich gegen sie selbst. Von nun an scheint Cat von Delilah regelrechte verfolgt zu werden. Überall taucht die unheimliche Puppe auf. Roley hingegen bekommt es mit zwei Spiegelwesen zu tun, die in wie zwei Geister begleiten und in jeder spiegelnden Oberfläche erscheinen.
Kat findet gleich nach der Ankunft einen geheimen Raum voller Bücher aus denen Namen brutal ausgestrichen wurden. Und dann ist da noch das tagebuchartige Notizbuch ihrer toten Mutter mit dem Titel "Das Spiel", in dem nicht nur Delilah und die Spiegelwesen abgebildet sind. Erst als immer mehr seltsame Dinge geschehen und Roley und John das Notizbuch in die Finger bekommen, dämmert ihnen, was für ein Spiel das genau war.

In dieses Familiendrama stolpert Alice, ein Mädchen aus dem Dorf, dass zudem die Tochter der beiden Freundinnen von Kats Mutter ist. Nachdem sie im Wald von Etwas angegriffen wurde, beginnt sie selbst nachzufroschen, warum ihre Mütter sie immer vor dem Wald gewarnt haben. Der fuchsgesichtige Fox hilft ihr dabei nicht nur einmal aus der Patsche. Doch man kann bis zum Schluß nur vermuten, welche Gründe er dafür hat. Obwohl er mit allen anderen ein falsches Spiel spielt und man sich fast sicher ist, dass er zu den Bösen gehört, mag man ihn irgendwie. Alice bringt einem ins Grübeln, etwas an ihr ist seltsam, man bekommt es jedoch nicht zu fassen.

Nur nach und nach werden einzelne Puzzelteilchen des unheimlichen Spiels der verstorbenen Mutter aufgedeckt. Das ganze Ausmaß erkennt man jedoch erst zum Schluß hin und gipfelt in einem tollen Showdown. Sicher, es ist kein Action geladener Thriller, aber ein richtig genial angelegter Gruselroman. Für Fox tut einem der Schluß jedoch fast schon leid, mehr sei jedoch nicht verraten.

Mein Fazit: Perfekt für die "dunklere" Jahreszeit und ideal auch für Halloween. Ich garantiere euch, während dem Lesen werdet ihr jedes auch nur puppenähnliche Gebilde sicher in einem Schrank verschließen.

Wertung:

Freitag, 24. Oktober 2014

Frisch aus dem Ofen

Titel: Brot - 75 Rezepte zum Backen
und Genießen
Autor: Sara Lewis
Verlag: Lardon Media, broschiert
Seiten: 144
ISBN: 978-3-897-69722-5

Vor einigen Jahren habe ich nach dem Lesen des Roman "Das Brot des Lebens von Judi Hendricks" selbst angefangen Brot zu backen. ;) Das erste Backbuch zu dem Thema, das ich mir gekauft hatte, liebe ich auch noch heute. Trotz einiger fehlerhaften Angaben.

Heute habe ich das Rezept von Seite 29, "Schnelles Vollkornbrot" in einer Abwandlung gebacken. Geworden ist darauß ein "Wallnussbrot" mit Roggenmehlanteil. :D


Lecker aussehen tut es schon einmal, angeschnitten wird es morgen früh beim Frühstück.

Dt. Follow Friday, 24. Okt. 2014

Neue Woche, neue Follow Friday Frage. ;)


Frage: Gibt es Autoren, deren Bücher ihr blind kaufen würdet?

Ganz ehrlich, NEIN! Ich lese grundsätzlich erst den Inhalt durch und entscheide dann. Schließlich schreiben viele Autoren nicht nur ein Genre. Bei Andrea Schacht zum Beispiel liebe ich alle Romane, die mit Katzen zu tun haben. Ihre historische Romane sind allerdings nicht so mein Fall, da ich historische Sachen grundsätzlichen nur in Ausnahmen lese ... zum Beispiel, wenn eine Katze eine Hauptrolle spielt. ;)

Es gibt allerdings Autorinnen und Autoren, von denen ich zugegeben (fast) alle erschienen Bücher habe, weil sie mir einfach immer zugesagt haben: Elly Griffiths, Patricia McKillip, Peter S. Beagle, Charlaine Harris, J.R.R. Tolkien. Habe sicher noch ein paar vergessen, man möge es mir nachsehen.

» http://abookshelffullofsunshine.blogspot.de

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Neuzugänge der letzten Zeit

Ich hatte die letzten Woche so viel um den Kopf, dass ich ganz vergessen habe meine Neuzugänge zu posten. Sind jetzt keine Unmengen, aber dafür jedes einzelne ein Must-have. ;)


Stigmata hab ich mir bei Ebay geholt, Der letzte Elf war ein Tausch mit einer anderen Buchbloggerin, Ein Buchladen zum Verlieben gab es über Tauschgnom, Das Geheimnis der 100 Pforten stammt vom Flohmarkt, Die Treppe zum See ist von Medimops und der ganze schöne Rest wieder von Tauschgnom. Die vier kleinen Büchlein hab ich zu einem Tausch dazu geschenkt bekommen von einem ganz lieben Tauschgnom. :D

Falls hier jemand "Der letzte Ork" in der gebundenen Ausgabe loswerden will, bitte melden.

Montag, 20. Oktober 2014

Die Wedernoch von Stefan Bachmann

Titel: Der Wedernoch
Autor: Stefan Bachmann
Reihe: Bartholomew Reihe Bd. 2
Verlag: Diogenes, gebunden
Seiten: 407
ISBN: 978-3-257-06906-8

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Rezension: Pikey ist ein Straßenjunge, dem die Feen eines Nachts ein Auge geklaut haben. Stattdessen hat er nun ein von Nebel umwölktes, durch das er in eine fremde Welt blicken kann. Aber nicht einfach in irgend eine Welt, sondern ins alte Land, die Welt der Feenwesen. So kommt es, dass er nach einer wahren Odyssee von Bartholomew in Begleitung Mr. Jellibys aus dem Gefängnis geholt wird, weil er mit seinem seltsamen Auge dessen Schwester Hettie drüben im Feenland erblickt hat. Barth sucht verzweifelt einen Weg ins alte Land und hofft mit Pikeys Hilfe endlich Erfolg zu haben. Doch anstatt hinüber in die Feenwelt, geraten die Beiden erst einmal zwischen alle Fronten, als der schreckliche Krieg Menschen gegen Feen seinen Anfang nimmt. Der Schlaue König aus den alten Landen scheint ihnen immer einen Schritt voraus.
Währenddessen kämpft sich Hettie durch eine ihr fremde und beängstigende Welt, in der nichts so ist, wie es zu sein scheint und die Grenzen zwischen Freund und Feind verschwimmen. Nur langsam erkennt sie, dass sie nicht einfach nur eine Wedernoch aus England ist, sondern etwas ganz besonderes.

Wie der erste Band ist auch Band 2 sprachlich einwandfrei geschrieben. Es liest sich flott weg, ohne irgendwelche sprachlichen Stolperer. Leider fehlt diesem Band trotzdem der Flair des ersten. Schon allein bis Bartholomew dazu kommt, dauert es 170 Seiten. Bis dahin begleiten wir lediglich Pikey und lernen ihn langsam kennen. Er ist es aus dessen Sicht dieser Band erzählt. Danach zieht das Tempo etwas an, während Barth und Pikey sich auf nach Norden Richtung Schlachtfeld machen.
Das ganze spielt einige Jahre nach Band 1, trotzdem erfahren wir von Hettie alles ab dem Zeitpunkt, an dem sich das Tor vor ihr schloß. Man kommt deshalb hin und wieder etwas mit der Zeit durcheinander. Weiß nicht wie alt Hettie nun genau sein soll, da im alten Land die Uhren anders ticken, die Zeit vergeht dort laut Barth schneller.

Die ganze Welt um Barth und Pikey wirkt düsterer. Allein die riesigen Feengefängnisse, die aussehen wie schwarze stachlige Globen und über die Felder rollen, mit tausenden Feen in ihrem Inneren. Dazu eine ganze Armee Egelfeen, die ich besonders unheimlich finde.

Das man auf Hetties Seite nicht mehr von den Feen-Rebellen, die gegen den Schlauen König rebellieren mit bekommt, finde ich schade. Dafür bekommen wir eine wilde, grausame und ganz und gar gräuliche Welt präsentiert, durch die sich Hettie schlagen muss. Alles im alten Land wirkt unwirklich und kalt, trotzdem zündet der Autor hier geradezu ein Ideenfeuerwerk, was die Gestaltung der Landschaft und Feenwesen anbelangt. Im großen und ganzen muss ich jedoch sagen, hätte der Geschichte etwas mehr Action nicht geschadet. Außerdem wird vieles bis zum Ende nicht aufgeklärt.

Spoiler, zum Lesen markieren: »Was ist mit der alten Hettie, die in England auf der gleichen Zeitschiene für die Zerstörung eines ganzes Gebäudes verantwortlich war und dabei starb. « 

Ich habe im ganzen Buch keine zufriedenstellende Erklärung für diese Episode gefunden. Was ich sehr schade fand, denn ich war auf die Auflösung wirklich gespannt. Es wirkte, als hätte am Ende eigentlich noch etwas anderes passieren sollen, das dann jedoch verworfen wurde.

Spoiler, zum Lesen markieren: »Und was ist mit Pikeys Auge? Wie konnte der Schlaue König sein Auge nutzen, wenn er es doch gar nicht in seinem Besitz hatte? « 

Es sind zwar nur Kleinigkeiten, doch sie lassen Band 2 insgesamt nicht ganz so stimmig wirken. Auch die Steampunk Elemente sind dieses mal etwas mehr in den Hintergrund gerückt. Selbst dem Schluss fehlt etwas, es geht einfach alles zu schnell und zu glatt.

Trotzdem habe ich "Die Wedernoch" wirklich gerne gelesen. Es macht Spaß zu erfahren, was nach "Die Seltsamen" alles passiert ist und wie sich Barth und Hettie langsam von Kindern zu Teenagern mausern. Man mag Stefan Bachmanns ungewöhnliche kleine Helden einfach und lässt sich gerne in seine geradezu plastische Welt eines alternativen Alten Englands werfen. Für alle Leser des ersten Bandes ein absolutes Muss, mit einigen kleinen Abstrichen.

Wertung:

Freitag, 17. Oktober 2014

Dt. Follow Friday 17.Oktober 2014

Und wieder ist eine Woche vergangen, das heißt es ist wieder soweit ... Follow Friday.


Aufgabe diese Woche: Habt ihr mal ein Buch auf Englisch gekauft, weil ihr die Übersetzung so gar nicht abwarten konntet? Wenn ja, welches?

Das waren gleich mehrere, einmal die Sookie Stackhouse Bände von Charlaine Harris. Ich war so neugierig wie es weiter geht, dass ich mir meist sofort die englische Ausgabe zulegen musste, später aber trotzdem auch noch die dt. Übersetzung gekauft habe.

Das gleiche gilt gerade auch für die Ruth Galloway Reihe von Elly Griffith. Ich liebe ihre Krimis mit achäologischer Randgeschichte. :D

Eine Reihe, bei der bisher nicht einmal fest steht, wann und ob überhaupt sie auf Deutsch erscheint ist die "Witches of East End" Reihe von Melissa de la Cruz.

Ein anderes Beispiel, die ersten Bände erscheinen auf Deutsch und dann wird die Reihe eingestellt. Oder Bände die auf Deutsch so rar sind, dass ich sie mir nicht leisten kann. ;)

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Donnerstag, 16. Oktober 2014

Der Dienstagabend-Klub von Agatha Christie

Titel: Der Dienstagabend-Klub
Autor: Agatha Christie
Reihe: Miss Marple Bd. 2
Verlag: Scherz, Taschenbuch
Seiten: 192
ISBN: 3-502-50175-0

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Rezension: Obwohl dieser Band bei vielen als Kurzgeschichten-Band geführt wird, handelt es sich um eine vollständige Geschichte. Alles beginnt mit einem Treffen an einem Dienstagabend bei Miss Marple. Ihr Nefe und andere illustre Gäste beginnen sich mysteriöse Geschichten zu erzählen, von denen sie die Auflösung kennen. Die Anwesenden müssen dann rätseln, wie es am Ende ausging bzw. wer der Übeltäter war. Später findet ein ähnliches Zusammentreffen noch einmal bei Miss Marples Freundin Mrs. Bantry statt. Auch hier ist es wieder Miss Marple, die sämtliche Geschichten durchschaut und die Lösung nennen kann. Zum Schluss muss sie ihre Menschenkenntnis dann sogar noch im Ernstfall erproben, als ein junges Mädchen unter ungeklärten Umständen im Fluss ertrinkt. Schließlich kann sie doch nicht zulassen, dass der falsche am Galgen landet.

Amüsante, manchmal unheimliche, aber immer rätselhafte Geschichten, bei denen man mitraten kann, was dahinter steckt. Meist ist einem Miss Marple mit ihrem Scharfsinn um Längen voraus. Der Dienstagabend-Klub ist zwar ein eher ruhigerer Krimi, aber trotzdem überaus unterhaltsam. Und das Beste, es gibt jede Menge Miss Marple.
Es ist angenehm zu lesen, da jede Geschichte wie ein eigenes Kapitel gegliedert ist. Man hat es deshalb schnell durch, kann es aber auch einfach mal bequem zur Seite legen, wenn die Realität dazwischen funkt.
Das ganze findet sein Finale in einem aktuellen Fall bei dem Miss Marple ihr unglaubliches Gespür für die menschlichen Abgründe beweißen muss. Die Ermittlungen führt hier ein alter Freund von Miss Marple namens Sir Henry. Bis zum Schluss bleibt es ein Geheimnis, welchen Täter ihm Miss Marple auf den kleinen Zettel geschrieben hat, den er in seiner Tasche verwahrt.
Ein spannendes und vergnügliches Krimi-Abenteuer zum miträsteln und nach "Mord im Pfarrhaus" der eigentliche Startschuss für unsere Miss Marple.

Wertung:

Dienstag, 14. Oktober 2014

Das Haus der vergessenen Bücher von Christopher Morley

Titel: Das Haus der vergessenen Bücher
Autor: Christopher Morley
Verlag: Atlantik, gebunden
Seiten: 254
ISBN: 978-3-455-60012-4

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Rezension: Mr. und Mrs. Mifflin betreiben ein Antiquariat in dem es spunkt. Die Geister alter Klassiker wabern hier genauso durch die Gänge wie Pfeiffenrauch. Von Werbung will der gauzige Besitzer nichts wissen, als der Gründschnabel Aubrey ihm seine Arbeit anpreist. Dafür nimmt er eine junge Dame namens Titania unter seine Fittiche, um sie auf den rechten Weg zu führen. Werbefritze Aubrey ist vom Fleck weg begeistert von Titania und fürchtet sie in Gefahr, als ein Buch des Autor Cromwell immer wieder auf mysteröse Weise verschwindet und an den seltsamsten Orten wieder auftaucht. Aubrey wird deshalb sogar tätlich angegriffen. Was haben ein Koch und ein Apotheker damit zu tun und steckt der alte Mr. Mifflin womöglich sogar mit ihnen unter einer Decke? Wollen sie die holde Titiania am Ende sogar entführen und von ihrem reichen Vater ein Lösegeld erpressen. Aubrey ist entsetzt und beginnt das Antiquariat zu beschatten, doch die Ausmaße der Verschwörung, die er aufdeckt überraschen selbst ihn.

Das Buch will vieles sein: ein Krimi, eine Hommage an das geschriebene Wort und eine Liebesgeschichte. Doch nichts davon ganz und gar. Mr. und Mrs. Mifflin, mit ihrem Hund Bock wachsen einem sofort ans Herz. Ein liebes altes Ehepaar, dass die Liebe zu alten Büchern teilt. Aubrey dagegen lag mir leider überhaupt nicht, er nimmt sich selbst zu wichtig.
Es ist amüsant der Geschichte zu folgen, in der Mr. Mifflin immer wieder über Schundlitertaur herzieht, die heute teilweise als echte Klassiker gelten. Dazu die unzähligen Zitate, ganze Aufzählungen von Literatur und Auseinandersetzungen mit dem Thema Krieg. Durch das ganze Buch hindurch ist die Liebe Mr. Mifflins zur Literatur spürbar und er bringt einem mit seinen Zitaten immer wieder dazu eines der genannte Bücher tatsächlich auch selbst einmal in die Hand zu nehmen.
Sicher die Sprache wirkt altbacken und überholt, doch das Buch stammt schließlich auch von 1919. Ich finde es herrlich erfrischend, dass die Sprache nicht, wie bei vielen anderen Romanen modernisiert wurde. Das macht einen Teil des Flair aus.
Schade ist nur, dass manche der genannten Bücher, nie auf Deutsch übersetzt wurden und deshalb auch nur die englischen Titel zu lesen sind, teilweise sogar französische. Hier wäre ein Anhang gut gewesesen, der ganz kurz die Thematik dieser Bücher anreißt, damit man besser mit kommt. Das einige der Titel nicht einmal wirklich existieren, fand ich allerdings etwas störend, ich denke es gibt genug echte und wirkliche gute Bücher, die man dafür heranziehen hätte können. Der Autor beweist hier, dass er mindestens genauso schrullig ist, wie sein Charakter Mr. Mifflin. 

Ganz im Sinne von Mr. Mifflin, hier mein Lieblingszitat: »Man umgebe einen Menschen mit Carlyle, Emerson, Thoreaum Chesterton, Shaw, Nietsche und George Ade - ist es ein Wunder, wenn er in Erregung gerät? Wie würde es einer Katze ergehen, wenn sie in einem Zimmer leben müsste, das mit Katzenminze tapeziert ist? Sie würde verrückt werden.« (Seite 21)

Die Geschichte und die Krimi-Elemente entwickelt sich recht ruhig und alles um ein Buch herum, von dem wir bis zum Schluss nicht wirklich erfahren, um was es darin geht. Dazu die zarte Liebesgeschichte, die zuerst unter keinem guten Stern steht und überhaupt erst Aubreys Anreiz ist, sich näher mit dem Cromwell zu befassen. Es ist stellenweise fast witzig mit welchem Elan sich Aubrey in seine Ermittlungen stürzt und welche Gedankengänge ihm dabei durch den Kopf gehen. Parallel dazu erfahren wir immer wieder von Mr. Mifflin, seinen Beweggründen und Träumen. Beides steht in einem interessanten Kontrast zu dem, was Aubrey in dem kauzigen Buchhändler sieht. Die Auflösung der ganzen Ränke und Geschehnisse um den Cromwell hauen einem dann wirklich aus den Socken und bietet einige amüsante, aber auch traurige Momente. Nie im Leben rechnet man damit, dass eines von Mr. Mifflins Zitaten so wörtlich genommen werden könnte.

Spoiler, zum Lesen markieren: »Einen kleinen Wermutstropfen gibt es jedoch, Bock stirbt. Er ist der eigentliche Held der Geschichte, nicht Aubrey, der die Lorbeeren erntet. Bock opfert sein Leben, um seine Menschen zu retten.« 

Ein tolles Buch für Menschen, die auch schon den ein oder anderen Klassiker gelesen haben und eine Vorliebe für ungewöhnliche Geschichten haben. Ich kann es nur jedem ans Herz legen, der schrullige Charaktere und literarische Krimis liebt.

Wertung:

Sonntag, 12. Oktober 2014

Straßenfund

Da spaziert man nichts ahnend über die Straße und dann findet man plötzlich ein Buch auf der Straße. Keines, das vergessen wurde oder mit Absicht über Bookcrossing ausgesetzt. Nein, ein achtlos fallen gelassenes, nicht mehr gewolltes Buch. Ist das dritte Mal, dass ich ein Buch so vorfinde. Meist war vorher die Grüne Tonne dran oder es gab eine Altpapiersammlung bei der es vom Hänger gefallen ist und einfach liegen gelassen wurde. Letzteres wird es wohl auch gestern gewesen sein. Ein bissl nass sind die Ränder geworden, deshalb hab ich zum Trocknen erst einmal etwas Schweres drauf gestellt, damit es sich nicht zu sehr wellt. ;)

Ich bin ja jedes Mal geschockt, wenn jemand ein Buch wegschmeißt. Das geht für mich gar nicht. Man kann es verschenken, in öffentliche Bücherschränke stellen, verkaufen oder einfach über Tauschbörsen vertauschen. Aber in der Mülltonne haben sie nichts zu suchen ... das ist ein Frevel. Ausnahmen sind tatsächlich ruinierte Bücher. Aber wer so mit Büchern umgeht, sollte wohl besser auch keine haben. ;P

So und jetzt versuche ich noch einhändig eine Rezi zu schreiben. Hatte gestern einen Unfall und muss wegen einem Riss im Knochen eine Schiene am linken Arm tragen. Aber wenigstens hat meine Wirbelsäule nicht, wie die Ärzte zuerst dachten, etwas abbekommen. Nur schlimme Prellungen. Manchmal sind ein paar kleine Pölsterchen um die Hüften eben auch von Vorteil. -_-

Freitag, 10. Oktober 2014

Dt. Follow Friday 10. Oktober 2014


Aufgabe diese Woche: Gibt es einen Antagonisten, den du eigentlich doch ganz toll findest?

Schwierige Frage, aber ja. Meist sind es missverstandene Bösewichte, die zum Beispiel ein Unrecht sühnen wollen und dabei selbst auf die schiefe Bahn geraten sind. Ich hab ein Faible für Racheengel. ;) 
Bei einem der letzten Bücher "Böses Blut von Rhiannon Lassiter", das ich gelesen habe, mochte ich den Antagonisten Fox richtig gerne und fand deshalb den Schluss etwas traurig.

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Buchmesse

Da meine Pläne für die Buchmesse dieses Jahr vom Schicksal durchkreuzt wurden - in meiner nahen Verwandtschaft gab es einen Todesfall - dachte ich mir, ich poste hier einfach ein paar Fotos der letzten Buchmesse auf der ich war. Im Jahr 2012 war ich auf der Frankfurter Buchmesse und hatte das Glück Jussi Adler Olsen zum zweiten Mal persönlich zu treffen. Dieser Autor ist unglaublich charismatisch, spricht excellent Deutsch und ist seinen Fans gegenüber einfach super nett. Außerdem ist er ein Verfechter des gedruckten Buches und zieht ein gedrucktes Exemplar immer einem eBook vor, wie er selbst zu berichten wusste.

Montag, 6. Oktober 2014

And the winner is ...

Insgesamt 14 Kommentare zu dem Gewinnspiel sind eingegangen, aber nur 12 davon wollten auch mit in den Lostopf. Ich habe also brav eine Liste angelegt, mit allen Namen der Reihenfolge nach und sie durchnummeriert. Danach hab ich Random.org die Entscheidung treffen lassen und darf nun mit Freude den glücklichen Gewinner bekannt geben:

"Es war die Nr. 2 ... Bonnie Parker bitte melde dich innerhalb von 7 Tagen bei mir mit deiner Adresse." ;)
» goldenraveneyes/schweineschwänzchen/yahoo/punkt/de 
» unter dem Stichwort "Fitzek Gewinnspiel"

Allen anderen vielen DANK für eure rege Teilnahme und die tollen Kommentare und Lesetipps, die wir dadurch erhalten haben. :D

Sonntag, 5. Oktober 2014

Verflucht von Victoria Schwab

Titel: Verflucht
Autor: Victoria Schwab
Verlag: Heyne, Taschenbuch
Seiten: 318
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Rezension: Lexi erzählt ihrer kleinen Schwester Wren jeden Abend vor dem Zubettgehen Geschichten über die Hexe von Near, die im Moor ihren Tod fand.
Eines Abends, als sie Nachts aus dem Fenster blickt, sieht sie am Rand zum Moor plötzlich eine verwischte Gestalt. Ein Fremder ist aufgetaucht. Er ist blass, fast schon dürr, hat Augen wie dunkle Kieselsteine und schwarze Haare. Zwei ältere Schwestern, die als Hexen verschrien ebenfalls am Rand zum Moor leben, verstecken ihn bei sich, denn die Dorfbewohner trauen keinem Fremden.
Als Nachts darauf plötzlich ein Kind spurlos verschwindet, ist die Jagd auf den Fremden - den Lexi Cole tauft - eröffnet. Nacht für Nacht scheint der Wind ein seltsames Lied zu flüstern und ein Kind nach dem anderen aus dem Bett zu locken. Als sich Lexi an die Geschichten ihres verstorben Vaters erinnert, dämmert ihr langsam, wer hinter den Entführungen stecken könnte. Stimmen die Geschichten von der Hexe im Moor etwa?

Die gesamte Stimmung ähnelt einem Setting zur Zeit der Hexenverfolgungen und hat mich bisweilen sogar an den Film "The Village - Das Dorf" erinnert. Die Geschichte spielt im Herbst, kurz vor Anbruch des Winters. Es ist düster, kalt und neblig. Lexi, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, ihre Schwester und Mutter leben am Rande zum Moor und haben den Tod des Vaters immer noch nicht überwunden. Die Stimmung, die über die ersten Kapitel aufgebaut wird, ist düster. Perfekt für eine Gruselgeschichte.
Lexi ist 16 und entspricht nicht dem in Near herrschenden Bild einer perfekten jungen Frau. Sie ist selbstbewusst und möchte sich nicht in ein vorgefasstes Frauenbild drängen lassen. Ihre Neugier und ihr Dickkopf sind es, die sie anfangs nach dem Fremden suchen lassen. Er ist nicht der typische Badboy mit mystischer Aura und blendendem Aussehen. Cole, wie sie in tauft, ist blass und dünn. Man weiß zuerst nicht, was man von ihm halten soll, da er fast schon unheimlich erscheint. Im Laufe der Geschichte kommen sich Lexi und Cole zwar näher, doch es ist keine aufdringliche Liebesgeschichte, sondern fügt sich leicht in die Handlung mit ein. Beide wachsen einem im Laufe der Geschichte richtig ans Herz. Man leidet mit Cole mit, als er von den Dorfbewohnern immer heftiger angefeindet wird und es zu ersten Übergriffen kommt. Von Lexis Idee, dass die Hexe von Near zurück gekehrt ist, will zu Beginn niemand etwas wissen. Einige der Charaktere wie Bo und Lexis Onkel Otto würde man am liebsten für ihre Ignoranz ohrfeigen. Allein die alten Hexenschwestern, helfen ihr und Cole.
Immer wieder werden kleine Erinnerungsfetzen der einzelnen Charaktere eingestreut, die ihr Handeln und den Lauf der Geschichte realistischer werden lassen. Das selbe gilt für die Hexe von Near, die sich im Laufe der Geschichte hin von einem Märchen zu einer dragischen Gestalt verwandelt.
Bereits, als in einem der ersten Kapitel das Lied des Windes Wren schlafwandelnd aus ihrem Bett lockt, hatte mich die Geschichte in ihren Bann geschlagen. Die letzten 100 Seiten kann man das Buch dann nicht mehr aus der Hand geben, so nervenaufreibend wird es. Man glaubt beinahe selbst den Wind flüstern zu hören und erwartet mit einem wohligen Gruseln das spannende Ende.

Wertung: