Zitat:

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele ... [Cicero]

Mittwoch, 24. September 2014

Die Seltsamen von Stefan Bachmann

Titel: Die Seltsamen
Reihe: Bartholomew Reihe Bd. 1
Autor: Stefan Bachmann
Verlag: Diogenes, gebunden
Seiten: 367

Rezension: Einst öffnete sich ein großes Tor zwischen der Welt der Feen und der Menschen. Unzählige Feen verschlug es damals nach England. Nach einem harten Krieg integrierten sich die Feenwesen mehr oder weniger in dieser ihnen fremden Welt voller Maschinen, Kohlestaub und Teer. Die Seltsamen sind Mischlingskinder von Menschen und Feen, von beiden Seiten verachtet und nicht wirklich schön anzusehen. Neun dieser Mischlingskinder werden tot in der Themse treibend gefunden. Eines dieser Kinder ist der einzige "Freund" von Bartholomew, einem Mischlingskind einer Menschenfrau und eines Sídhe. In der Nacht, in der das Buddelbinster Kind verschwand beobachtete er eine Frau im pflaumenfarbenen Kleid, die das Kind mit sich nahm, durch ein Zauberportal. Von Neugier getrieben folgt er ihr und stolpert in das größte Abenteuer seines Lebens.
Zeitgleich lernen wie Mr. Jelliby kennen, ehrenwerter Minister, der einer Verschwörung in höchsten Kreisen auf die Spur kommt. Da er nicht gewillt ist untätig herum zu sitzen und um seinen Ruf reinzuwaschen, der durch ein Missgeschick beschmutzt wurde, macht er sich auf den Fall selbst zu lösen. Dabei trifft er auf Bartholomew. Können sie gemeinsam das Abenteuer erfolgreich bestehen?!

Schon das eher schlicht gehaltene Cover hat mich neugierig gemacht, allerdings muss ich gestehen, dass ich zuerst etwas skeptisch war, als ich erfuhr wie alt der Autor beim Schreiben des Buches erst war (16 Jahre). Viele Jungautoren neigen zu verschachtelten Sätzen und einer eher oberflächlichen Gestaltung der Charaktere. Hier nicht! Schon nach dem ersten Kapitel war ich begeistert. Stefan Bachmann hat ein unglaubliches erzählerisches Talent und verwebt geschickt Märchen und Steampunk zu einem Abenteuer ganz ohne klischeehafte Teenieromanze. 

Die Welt in der unsere Helden sich befinden ist in einem alternativen England angesiedelt, dass durch ein Portal in die Feenwelt komplett verändert wird. Nachdem das Portal wieder verschwindet sind zahlreiche Feenwesen im alten England gestrandet und werden nach einem kurzen Krieg in das alltägliche Leben integriert. Die Luft ist von Kohle und Teer geschwängert und auf den Straßen begegnet man neben Trollen und anderen Wesen auch immer wieder unglaublichen mechanischen Apparaturen. Inmitten dieser Welt lernen wir Bartholomew samt seiner Mutter und Schwester kennen, die in einem der Feenslums wohnen. Es beginnt recht ruhig, wir erfahren zuerst alles relevante, das es zu den Charakteren und der Welt zu wissen gibt, bevor wir in ein spannendes Abenteuer katapultiert werden. Die ersten Kapitel werden abwechselnd aus Bartholomews und Mr. Jellibys Sicht erzählt, die unweigerlich Kapitel für Kapitel auf einander zu steuern. Da der kleine Held der Geschichte noch ein Kind ist, könnte man nun meinen, dieses Buch sei für Kinder geeignet, doch ich würde es erst Lesern ab 14 Jahren empfehlen, da einige recht brutale Szenen dabei sind. Schon im ersten Kapitel finden sich Leichen aufgespießt auf einem Baum.

Mich hat die Idee mitgerissen, dass die Feen nicht zu den Guten gehören und endlich einmal die richtig Bösen mimen dürfen. Wobei der Autor hier nicht einfach nach dem schwarz/weiß Schema arbeitet. Es gibt auch durchaus Feen, die neutral agieren oder deren böses Treiben durch glaubhafte Gründe verständlicher wird. Es war herrlich erfrischend zu lesen, ganz ohne aufgezwungene Liebesgeschichte. Einfach ein Abenteuer zu erleben mit sympathischen, aber dennoch ganz und gar ungewöhnlichen Helden. 
Und dann der Schluss, der uns mit vielen Fragezeichen zurück lässt, bis man erfährt, dass das Abenteuer weiter geht. Man kann es kaum erwarten zu erfahren, wohin es unsere Helden als nächstes verschlägt. Vielleicht sogar in die Welt der Feen? 

Seit heute (den 24. September 2014) ist der zweite Band erhältlich und ich kann es kaum erwarten weiter zu lesen!

Wertung:

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