Zitat:

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele ... [Cicero]

Freitag, 12. September 2014

Das Miezhaus von Ulrike Renk

Titel: Das Miezhaus 
Autor: Ulrike Renk 
Verlag: feelings, eBook
Seiten: 260 (auf meinem Sony PRS-300)

Rezension: Judith (geschieden) wird gerade an dem Tag gefeuert, an dem ein neuer Mieter (bald geschieden) in das Haus ihrer jüdischen Mischpoke einzieht. Als dieser dann auch noch Kisten im Flur stehen lässt, über die sie stolpert, geraten die Beiden erst einmal aneinander. Ein denkbar schlechter Start in ein neues Leben. Das ändert sich jedoch recht schnell, nachdem Judith beschließt eine Tierpension mit dem Namen „Das Miezhaus“ zu eröffnen, denn Alex, wie der neue Mieter heißt, ist Tierarzt in genau dem Krankhaus in dem sie ihre Hospitation machen möchte und steht ihr von da an mehr oder weniger hilfreich zur Seite. Das er als einziger Außenseiter in das Mehrgenerationenhaus einer jüdischen Familie gezogen ist, weiß er anfangs nicht. Das sorgt für so manch amüsante Begebenheit. Mit von der Partie sind außerdem noch Judiths Vater Jacob, ihre Tante, ihr schwuler Cousin Sam, ihre Tochter Esther und dann ist da ja auch noch Alex’ Sohn Max und natürlich ihre Fellnasen, die das Haus unsicher machen. 

Ich muss sagen, ich bin an das Buch unter ganz anderen Erwartungen heran gegangen. Ich dachte, es wäre eher ein Roman mit tierischen Hauptakteuren. Sowohl der Titel, als auch das süße Cover haben mich zu dieser Annahme verleitet. Leider spielen die Tiere in diesem Roman jedoch nur die zweite Geige. In erster Linie ist „Das Miezhaus“ ein Liebesroman, allerdings einer mit viel Herz und Witz, den ich wirklich gerne gelesen habe. Man fühlt sich zuhause in dem schicken Haus von Judiths Mischpoke und schließt jeden einzelnen dieser Familie sofort ins Herz. Die leckeren Speisen, die Judith immer kredenzt konnte ich förmlich riechen, obwohl für mich als Vegetarier einiges nicht koscher war. ;) 

Zum Schluss hin, gab es leider ein paar Gespräche die zu konstruiert daher kamen, ganz so als müsse jetzt endlich, auf Teufel komm’ raus etwas passieren. Das Ende hätte meiner Meinung nach gerne 50 Seiten länger sein dürfen, dann hätten diese Szenen womöglich nicht so überhastet gewirkt. Außerdem gab es einige Abfolgen, die mich verwirrt haben. Um nichts vorweg zu nehmen nur ein Beispiel vom Anfang: „Alex bringt seinen Sohn zu seiner Ex zurück und meint beim Gehen, er würde Max nächstes Wochenende ja schon wieder sehen. Doch am darauf folgenden Wochenende leitet Alex als Vertretung den Erste Hilfe Kurs. Keine Erklärung wo Max abgeblieben ist.“ 

Von diesen zwei Steinen des Anstoßes abgesehen, bekommt „Das Miezhaus“ von mir jedoch eine volle Leseempfehlung. Ich gehe sogar so weit, dass ich hoffe, die Autorin beabsichtigt eine Fortsetzung zu schreiben. Vielleicht mit Judith’ und Alex’ besten Freunden Katharina und Kai, bei der man nebenher auch erfährt, was aus Judith und Alex selbst geworden ist. Unauffällig mit dem Zaunpfahl winkt!!!

Wertung:

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