Zitat:

Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele ... [Cicero]

Sonntag, 17. August 2014

Ashby House von V. K. Ludewig


Titel: Ashby House
Autor: V. K. Ludewig
Reihe: Shalott Series Bd. 1
Verlag: Dtv, eBook
Seiten: 316

Rezension: Laura zieht mit ihrer, durch sie verschuldet, gehbehinderten Schwester Lucille in ein altes Herrenhaus an der englischen Küste, das seit Jahrzehnten leer stand. Im angrenzenden Dorf gibt es zahlreiche Gerüchte zu diesem als Spuckhaus verschrienen Anwesen und dessen früheren Besitzern, die unter mysteriösen Umständen verschwanden. 


Die Schwestern sind auf der Flucht vor Hollywood. Lucille da sie seit ihrem Unfall ihre Karriere als Fotografin auf Eis legen musste, Laura, weil man ihr die Schuld für Lucilles Unglück gibt. In Ashby House, abseits von Hollywood, hoffen sie zur Ruhe zu kommen, doch Lucille hat noch etwas ganz anderes im Sinn.

Schon bald kommt es zu ersten unerklärlichen Phanomänen. Da der ganze Spuck vom zweiten Stockwerk ausgeht, wird dieser alsbald von Laura und dem Diener der Schwestern, Steerpike, begutachtet. Was sie dort vorfinden, lässt ihnen sprichwörtlich die Haare zu Berge stehen. Trotzdem wagt es die im Rollstuhl sitzende Lucille später alleine nach oben und verschwinden in einem der Zimmer spurlos. Und sie soll nicht das letzte Opfer des Hauses bleiben.
Ganz ehrlich, so schlecht finde ich das Buch gar nicht. Einige störende Sexszenen und viel Hollywood Blabla, aber ansonsten ein leichter Gruselroman für Zwischendurch, den ich wirklich gerne gelesen habe. ;) Keiner der Charaktere ist, was er vordergründig zu sein vorgibt, selbst die anfangs gänzlich unsympatische Lucille erweist sich als vielschichtiger, denn gedacht. Und das Ende hält einige amüsante Überraschungen parat. 

Sicher es gibt einige Szenen und Begebenheiten, die beinahe zuviel des Guten sind und übertrieben wirken, doch wer sich darauf einlässt, wird mit unterhaltsamen Lesestunden belohnt. Gerade dieser Pygmäen ähnliche Eingeborenenstamm, der auch darin vorkommt, hat mich sehr an Charlies Schokoladenfabrik erinnert. Aber mehr möchte ich nicht verraten! 

Man kann zwar nicht behaupten bei den Figuren einen wirklichen Liebling zu haben, Symphatiepunkte vermag keiner großartig abzustauben, doch interessant sind wirklich alle Figuren. Bei einigen ahnt man bereits, dass da noch etwas im Hintergrund lauert und rätselt, was da noch kommen mag. Die Figuren fügen sich in die Geschichte ein, die, das gebe ich zu eine ungewöhnliche Gruselgeschichte darstellt. Und trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb, hat sie mich mehr überzeugt, als so manch anderer Roman des Genre. Im Unterschied zu vielen anderen Gruselromanen, passiert hier tatsächlich etwas gruseliges und wird nicht nur angedeutet, was sich auch in der Grundstimmung des Roman widerspiegelt, die noch zusätzlich von dem Zwist der beiden Schwestern angefeuert wird.

Fazit: Ein ungewöhnlicher Roman aus dem Gruselgenre, der es jedoch wert ist, dass man ihm eine Chance gibt. Man sollte jedoch keinen geradlinigen Gruselroman und Einheitsbrei erwarten, denn Ashby House hat seinen ganz eigenen Charme.

Übrigens ist mit "Oper der Phantome" auch bereits ein zweiter Band erschienen. :) Es gibt also ein Wiedersehen mit einigen Charakteren aus Band 1.



Wertung:

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